Übersetzt bezeichnet Ai Ki Do den Weg, Freundschaft und Harmonie mit sich und seiner Umwelt zu erreichen. Entwickelt wurde Aikido in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von O Seinsei Morihei Ueshiba. Zwar liegen die Wurzeln des modernen Aikido im japanischen Mittelalter. Doch O Sensei (Großmeister) entwickelte nur solche Schwert-, Stock- und Wurftechniken der Samurais weiter, die sich lediglich zur reinen Selbstverteidigung anwenden ließen. Aus den Ursprüngen des Aikido sind in den letzten dreißig Jahren verschiedene Stilrichtungen hervorgegangen.
Anders als in anderen asiatischen Kampfsportarten gibt es im Aikido keine Angriffe, die nur das Ziel haben, den Gegner zu verletzen. Im Aikido werden bestimmte Drehbewegungen eingesetzt, mit der sich die Angriffsenergie des anderen in kurze Hebeltechniken oder Würfe umleiten läßt. Dabei soll sich der Angreifer nicht ernsthaft verletzen, aber er soll spüren, das seinem Widerstand eine Grenze gezogen wird.
Um sich gegen Handgreiflichkeiten oder auch bewaffnete Attacken wehren zu können, werden im Training zahlreiche Angriffe immer wieder geübt. Ebenso wichtig sind die richtige Atmung und der Mut, sich gegen einen oder mehrere Gegner durchzusetzen. Wettkämpfe gibt es im Aikido allerdings nicht. Statt sich auf ihren unbedingten Siegeswillen zu verlassen, praktizieren Aikidoka konsequent den alten Ehrenkodex (Bushido) der Samurai:
Es zeichnet sich durch große, klare Bewegungsabläufe aus. Fließende und elegante Techniken werden mit einem Höchstmaß an Effektivität verbunden. Besondere Bedeutung besitzt die Tradition des Budo. Neben der Beherrschung verschiedener Selbstverteidigungstechniken steht daher der Weg zur inneren Mitte und Ausgeglichenheit im Vordergrund.
Für den Anfänger sind die japanischen Begriffe ungewohnt und zunächst einmal verwirrend. Im Grunde handelt es sich um Fachbegriffe wie in vielen anderen Sportarten und Hobbies auch. Wir haben ein kleines Glossar zusammengestellt.
Da im Aikido mehr Geist und Atem als physische Stärke erforderlich sind, gibt es keine Altersbeschränkung. Sechzehn- und Sechzigjährige trainieren daher gemeinsam miteinander – doch da ältere Menschen normalerweise nicht mehr die Schnelligkeit und Kraft der Jüngeren besitzen, setzen sie ihren Geist und Atem oft klüger und konzentrierter ein als ‚Heißsporne‘, die nur auf ihre körperliche Energie vertrauen. Von dieser ‚inneren Kraft‘ (Kimochi) profitieren besonders auch Frauen, die übrigens gemeinsam mit den Männern trainieren.
Aber kann ich nach jahrelanger Sportabstinenz und mit mehr als 30 Lenzen wirklich noch mit dem Aikidotraining beginnen? Diese Frage wird uns oft gestellt und grundsätzlich mit ‚Ja‘ beantwortet. Das Durchschnittsalter der Paderborner Aikidoka liegt – ohne die beiden Kindergruppen – zwischen Dreißig und Vierzig. Anfänger werden sofort in die Gruppe integriert, in den ersten Monaten aber von einer/einem Fortgeschrittenen betreut, um beispielsweise bestimmte Falltechniken zu erlernen. Da im Aikido keine Unterschiede zwischen den einzelnen Schüler- und Meistergraden gemacht werden, trainieren die Anfänger dann nach einigen Wochen selbständig mit.
Für die ersten Trainingsstunden genügt ein Jogginganzug. Später können über den Verein ein Judoanzug (GI) und ein Hakama bezogen werden. Wer also Interesse gefunden hat, ist herzlich eingeladen, dienstags oder donnerstags in der Grundschul-Turnhalle des Schulzentrums Am Kaukenberg (Friedrich-von-Spee-Gesamtschule) an einem Probetraining teilzunehmen.
Aikido ist kein teurer Sport: Nach drei bis vier freien Trainingsabenden treten die Anfänger dem TV 1875 Paderborn e.V. bei. Die Aufnahmegebühren betragen einmalig 15 Euro. Kinder, Schüler, Studenten und Azubis bezahlen monatlich 3, Erwerbstätige 4 Euro. Für Vereinsmitglieder, die andere Sportarten im TV 1875 praktizieren, und Familien gibt es Sonderrabatte. Den Aufnahmeantrag gibt es hier.
Am besten ist es, einfach mal an einem Training teilzunehmen. Wer noch etwas mehr lesen will, findet in unserer Linksammlung reichlich Material.